Zhuāngzi (; ca. 365 - 290 v. Chr.), auch Dschuang Dsi, Meister Zhuang war ein daoistischer Philosoph und Schriftsteller, dessen persönlicher Name Zhuang Zhou war, und dessen Werk nach ihm als Zhuangzi bezeichnet wird.
Jedoch werden nur die ersten sieben Kapitel zweifelsfrei dem Zhuangzi zugeschrieben, die anderen Kapitel mögen von Anhängern seiner Schule zusammengetragen worden sein und stammen aus dem 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. Die Version des Textes, die bis heute überliefert ist, stammt aus der Zeit des Guo Xiang, des 4. Jahrhunderts, der den Text umgearbeitet, gekürzt, kommentiert und einiges hinzugefügt hat.
Das Buch ist in drei Teile geteilt, die Inneren Kapitel (1-7), die Äußeren Kapitel (8-12) und die Vermischten Schriften (13-33).
Die Sprache des Werkes weist auf eine sonst nicht weiter überlieferte Tradition hin, die wohl im Süden Chinas im Staate Song lebendig war, der Heimat des Zhuangzi. Im Gegensatz zu Laozi kleidet Zhuangzi seine Meinungen und Erkenntnisse in kunstvoll formulierte Parabeln, kurze Abhandlungen zu philosophischen Problemen und anekdotenhafte Dialoge und Erzählungen.
Die formale Textgestalt des Zhuangzi ist charakterisiert durch eine für das alte China inhaltliche und stilistische Komplexität und poetische Kunstgriffe.
Die genauen Kenntnisse des Konfuzianismus nutzt Zhuangzi vor allem zu scharfer und pointierter Kritik, so ersinnt Zhuangzi humorvolle Begegnungen zwischen Konfuzius und Laozi, die eine Kritik darstellen am übertriebenen Konventionalismus und Zeremonialismus der Konfuzianer. Viele der Geschichten rühmen die Nutzlosigkeit und zeigen eine Ablehnung der Kultivierung und darüber hinausgehend werden an vielen Stellen die Konfuzianer mit ihren Regeln und Vorschriften für den bedauernswerten Zustand der Welt verantwortlich gemacht. Die im Zhuangzi erscheinende Zivilisations- und Kulturkritik wurde zu einem wesentlichen Element der chinesischen Geisteswelt, und der im Zhuangzi gepriesene Rückzug in die idyllische Natur übte auf die chinesische Gebildetenschicht einen starken Einfluß aus. Das wahrscheinlich bekannteste Gleichnis des Zhuangzi ist der so genannte "Schmetterlingstraum": " Einst träumte Zhuang Zhou und wurde ein flatternder Schmetterling, heiter und seinem Ansinnen angepasst. Er wusste nichts von Zhuang Zhou. Als er plötzlich erwachte, war Zhuang Zhou voll und ganz da. Nun weiß man nicht, ob ein Zhuang Zhou im Traum ein Schmetterling wird, oder ein Schmetterling im Traum ein Zhuang Zhou. Wenn es einen Zhuang Zhou und einen Schmetterling gibt, dann muss es einen Unterschied dazwischen geben. Dieses nennt man die Wandlung der Dinge."
Vom Daodejing des Laozi unterscheidet sich Zhuangzi durch eine Ablehnung des Politischen. Die Grundhaltung des Zhuangzi ist die mystische Einheit mit dem Dao und mit allen Dingen und die daraus resultierende Genügsamkeit an sich selbst, aus der jede Kunstfertigkeit und Meisterschaft entspringt und demgemäß spricht Zhuangzi oft die Themen der Einheit, inneren Heiterkeit und Selbstvergessenheit an.
Die Verbindung zur daoistischen Tradition liegt im Zhuangzi im Bild des Heiligen (Zhenren), ein Begriff, der schon das Daodejing prägt. Dieser ist in dem Werk charakterisiert durch vollkommene physische und geistige Freiheit. Er existiert in Einheit mit dem Universum, das er durchstreift und bereist. Er ist nicht an Normen gebunden und ist befreit von politischen, moralischen, metaphysischen oder gesellschaftlichen Sorgen. In seinem freien Geist besitzt er eine Vollständigkeit, die ihm Macht und eine kosmische Dimension verleiht (so reitet er auf dem Wind und den Wolken, Feuer kann ihm nichts anhaben und niemand kann ihm Schaden zufügen), aber er herrscht nicht, wie der Heilige des Daodejing.
Im Zhuangzi finden sich auch viele Hinweise auf Langlebigkeitstechniken und mystische und meditative Techniken, die für den späteren Daoismus kennzeichnend wurden. Jedoch kennt die Mystik des Daoismus nicht die starken Emotionen der westlichen Mystik, sondern stellt sich als Weg der Weisheit und Harmonie und heiteren Selbstvergessenheit dar.
Zhuangzi sagt z.B., man solle in das Reich der Unendlichkeit eindringen und darin seine Zuflucht suchen und man solle sein Ego ablegen. Er betont auch immer wieder Stille und Gedankenleere. Der daoistische Heilige befreit sich gemäß Zhuangzi von den Gedanken, sie gehören zu den Übeln, "die das Herz verwirren", und er sagt über den Heiligen: "Mehr als ein Schaf es tut, wirft er die Gedanken ab."
Zhuangzi war auch der erste Philosoph der chinesischen Kultur, der schrieb, das Qi sei die Grundlage des Lebens.
Viele Geschichten aus dem Buch Zhuangzi wurden in der chinesischen Literatur zu Topoi, die über Jahrhunderte hinweg immer wieder aufgenommen wurden.
Die bekannteste deutsche Übersetzung des Zhuangzi von Richard Wilhelm ist nicht vollständig und wird in der Sinologie als mangelhaft angesehen, da Wilhelm keine daoistische Fachkompetenz hatte und deshalb einiges sinnentstellt und auch "verchristlicht" übersetzt hat.
Alternative Schreibweisen: Chuang Tze; Dschuang-Dsi; Tschuang-Tse; Tschuang-Tsi; Zhuangzi
Mann Chinese Autor Literatur (Chinesisch) Literarisches Werk Philosoph (Antike) | Person des Daoismus | Mystiker | Daoistische Literatur
Zhuangzi | Zhuangzi | Ĝuangzio | Zhuangzi | Chuang Tzu | Zhuang Zi | Chuang Tzu | 荘子 | 장자 | Džuandzi (daoisma darbs) | Chuang-Tzu | Чжуан-цзы | Zhuang Zi | Zhuangzi | Trang Tử | 庄子
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Zhuangzi".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world